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Bericht Kobudo Seminar in Beilstein (D) PDF Print E-mail
Written by Administrator   
Wednesday, 24 June 2009 07:27

Bericht: Ulrich Pahari (Dhammika Karate-Do)

Kobudo Lehrgang in Beilstein
Von Freitag 12.06.2009 bis Sonntag 14.06.2009 veranstaltete Dhammika Karate-Do einen Kobudo Lehrgang in der kleinen Stadt Beilstein bei Stuttgart. Sensei Dell Hamby  aus der Schweiz war eingeladen um Kobudo nach den Überlieferungen und Lehren von Ryukyu Kobudo Hozon Shinko Kai zu unterrichten. Sensei Dell Hamby reist regelmäßig nach Okinawa (Japan) um dort von Shihan Yukio Kuniyoshi oder Shihan Hiroshi Akamine unterrichtet zu werden. Neben seinem Dojo in Basel hält  Sensei Dell Hamby in einigen Ländern Europas  Lehrgänge ab. Manchmal auch in Berlin oder Erlangen - und nun zuletzt auch in Beilstein.
Am Freitag begann der Lehrgang mit einer kurzen Aufwärmphase für die Gelenke mit den Metallgabeln (Sai). Stellungen und einzelne Techniken, sowie der wichtige Hüfteinsatz wurden demonstriert und geübt. Das richtige Festhalten der Sai bei Abwehrtechniken (gegen Schwert oder Bo) wurde überprüft und korrigiert. Viele kleine technischen Details wurden erklärt, demonstriert und einzelne Techniken aneinandergereiht. Fragen der Teilnehmer wurden gezielt geklärt und teilweise durch Gegenüberstellung von richtiger und falscher Stellung oder Technik auch leicht verstanden. Am Ende des ersten Tages hatten die Teilnehmer einen Teil der Kata Chikin Staku no Sai kennengelernt.
Am Samstag wurde mit Kata Mezato no Tekko angefangen. Tekko ist eine aus Steigbügeln (vom Pferdesattel) abgeleitete historische Waffe aus Metall. Nach dem Aufwärmen folgte die Wiederholung und Erweiterung  des Ablaufs von Chikin Staku no Sai. Der Nachmittag gehörte dem Langstock (Bo) bzw. der Kata Shushi no Kon Sho. Vor allem an den einzelnen Techniken, Stellungen und dem Rhythmus der Kata wurde gearbeitet. Sensei Dell Hamby versuchte uns die strengen Turnierregeln in Okinawa zu erklären und wie wichtig das Auftreten, bzw. das Erscheinungsbild des Turnierteilnehmers ab dem Namensaufruf durch die Jury ist. Bereits vor dem Betreten der Matte sammeln die Kampfrichter ihre Eindrücke. Der eigentliche Wettkampf auf der Matte kann beendet sein, bevor er begonnen hat. Falls  z. B. ein Teilnehmer bei der obligatorischen Verneigung vor dem Betreten der Matte den Boden mit dem Bo berührt, wird er sofort disqualifizert und darf seine Kata nicht vorführen. Zu Ende des zweiten Unterichtstages  wurde nochmal der Ablauf der langen Saikata geübt, um ihn zu festigen.
Der dritte Tag begann wieder mit Maezato no Tekko . Ein Teilnehmer hatte über Nacht noch zwei Paar Tekko aus Holz und Rolladengurt als Trainigsgerät improvisiert und mitgebracht. Natürlich sahen sie anders aus als die Originale von Sensei Dell Hamby , - aber sie erfüllten in dieser Situation ihren Zweck. Nun folgten 13 Kihontechniken mit dem Bo und die Vertiefung der Kata Shushi no Kon Sho. Gegen Ende des Lehrgangs demonstrierte jeder Teilnehmer die gelernte Saikata und Stärken/Schwächen, Positives /Negatives wurde besprochen.
Für mich war der Lehrgang ein positives Erlebnis in meiner Entwicklung und ich freu mich auf den nächsten Lehrgang mit Sensei Dell Hamby. Durch die Demonstrationen und Übungen mit Erklärungen habe ich mehr über Kobudo dazugelernt. Der Lehrgang war für die Teilnehmer mit zwischen 3 Monaten und 35 Jahren Kobudoerfahrung sehr anspruchsvoll. Erstaunlich war für mich die Leistung eines 11 jährigen Jungen, der keine der drei Katas vorher kannte, sie aber am Ende des Lehrgangs mit nach Hause nehmen konnte.
Ulrich Pahari Dhammika Karate-Do
Last Updated on Wednesday, 24 June 2009 07:31